Fotografieren zur Coronazeit

Ist es überhaupt möglich zur Coronazeit zu fotografieren?
In allen möglichen Podcasts, Facebookgruppen und Websites wir einem suggeriert, dass man in der jetzigen Zeit nicht fotografieren kann.
Projekte werden teilweise auf Eis gelegt, weil man ja nicht raus gehen kann…

Man kann keine Fotoshootings mit Models mehr machen…

WTF?

Sind dies nicht nur Ausreden?
Oft habe ich mich mit Leute unterhalten, die Projekte machen wollen, oder nicht zu ende führen können, aber eigentlich bekommen die ihren Hintern nicht vom Sofa hoch und nutzen die jetzige Zeit als gefundenen Anlass.

Treffen mit Models, okay, dies wäre tatsächlich etwas, was man eigentlich durchaus machen könnte, wenn man genügend Abstand einhält. (Sollte man eigentlich auch zu nicht Coronazeiten) Was viele irgendwie immer vergessen, es herrscht ja keine Ausgangssperre, sondern lediglich ein Kontaktverbot.

Aber was ist mit diesen irrsinnigen 365 Tage Projekten?

Wenn es etwas zu fotografieren gibt, dann doch in den jetzigen Zeit!

Ich habe mir auch meine Gedanken gemacht, was man denn jetzt einmal umsetzen könnte. Als Antwort viel mir eigentlich sofort ein, dass gerade etwas geschichtliches passiert, etwas, was ich noch nie erlebt habe und dies geht wohl allen so.

Das öffentliche Leben steht still und dies muss ich einfach festhalten!

Wenn ich mein Hobby der Fotografie schon auslebe, dann doch erst recht in dieser Zeit.
Man muss das ganze festhalten, nicht nur digital, sondern auch analog.

Da meine Frau und ich derzeit gleichzeitig im Homeoffice sind und versuchen uns nicht gegenseitig zu erschlagen und das Kind dort nicht reinziehen, haben wir uns schnell angewöhnt mehrere kleine Spaziergänge am Tag zu machen und ich habe mir angewöhnt, immer meine Kamera mitzunehmen.
Eine Veränderung machte sich ja von Tag zu Tag bemerkbar, aber es fühlte sich irgendwie jeder Tag wie ein Freitag an.

Da wir in der Nähe des Düsseldorfer Flughafens wohnen und die Maschinen immer abheben, oder einschweben sehen, ist uns natürlich auch aufgefallen, dass es immer weniger wurden.

In der 15. Kalenderwoche habe ich mir dann überlegt, einmal ein kleinen Rundgang über das Flughafengelände zu machen.

Gesagt getan, meine Fuji X-T2 mit dem 18mm in die Tasche, die Yashica FR I wurde mit ein Ilford FP4 gefüttert, ebenfalls eingepackt und los ging es am 05.04.2020 in Richtung Flughafen.

Geparkt habe ich etwas außerhalb des Geländes und habe mich dann zu Fuß auf den Weg gemacht.

Das erste was ich gedacht habe, als ich in die Nähe der Terminals war:

Scheiße ist das hier ruhig!“

Man hat auf dem Flughafengelände Vögel zwitschern gehört.

Krass!

Also bin ich einmal in die Richtung des Vorfeldes gegangen, wo die ganzen Learjets stehen.

Hier sind die Jets schon auf längere Zeiten vorbereitet positioniert abgestellt. Der Schutz für die Turbinen wurde angebracht und überall ist diese Ruhe präsent.

Zurück ging es dann zu den Terminals.

Die eigentlich Faszination an Flughäfen ist ja eigentlich das Gewusel, die Passagiere die ankommen, oder abfliegen wollen. Verwandte und Freunde, die sich verabschieden, oder begrüßen. Der Geschäftsmann, der noch dringend sein Flug bekommen muss.

All das was man immer wieder in Filmen sieht, was die meisten selber auch schon erlebt haben, all dies findet derzeit nicht statt.

Als ich im Flughafengebäude angekommen bin traf mich die Stille und Leere wie ein Schlag und ich musste an Stephan Kings „Langoliers“ denken.

Wer sich also Fotograf oder Hobbyfotograf schimpft, müsste diese Zeit als gefundenes Fressen finden, gerade die, die immer davon sprechen, das sie Reportagen machen.

Aber wo zum Teufel sind die ganzen Reportagen darüber?

Fotografie ist doch prädestiniert so etwas im Bild festzuhalten.

Gerade hier kann man sich analog austoben und es hat den Vorteil, das die Bilder nicht nur auf dem Rechner versauern, sondern auch noch in einigen Jahren zu sichten sind, wenn man sie nicht gerade weg wirft. 😉

Also hört nicht immer auf das Geblubber aus den „Sozialen Medien“, sondern macht euch selber Gedanken, wie man solche Zeiten für sich nutzen kann und dies für sich selber festhalten kann.

Bleibt kreativ und gesund.

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1 Kommentar

  1. Frank 04/05/2020

    Du hast es auf den Punkt gebracht und Deine Fotoserie vom Flughafen sind super.
    Gruß Frank

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Thema von Anders Norén

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